Dreimal SKF: Ein Hobbyfotograf, ein Ballonfahrer und eine gemeinsame Schweinfurter Geschichte
Wenn Michael Leupold den Ballon mit dem großen Logo über den Landkreis steuert, weiß er, dass es viele Reaktionen gibt. Wie immer. Dann kam ein Anruf.
Ein echter Hingucker: der Heißluftballon mit dem auffälligen SKF Logo. Vor kurzem schwebte er über Schonungen. Foto: Toni Zembsch
Als Toni Zembsch vor ein paar Tagen den Ballon mit dem großen SKF Logo über Schonungen fotografiert hat, wusste er nicht, wer darin sitzt: ein ehemaliger Arbeitskollege. Michael Leupold war - wie Zembsch - lange bei SKF in Schweinfurt beschäftigt. Leupold ganze 46 Jahre. Seit drei Jahren ist er in Altersteilzeit und hat endlich noch mehr Zeit, fürs Fliegen mit dem Ultraleichtflugzeug und fürs Ballonfahren. Das hat er schon lange für sich entdeckt. Das Zusammentreffen der beiden ehemaligen Arbeitskollegen war Zufall. Zembsch und Leupold hatten sich aus den Augen verloren, wie Toni Zembsch sagt. Das letzte Gespräch war vor etwa 25 Jahren. Jetzt haben beide miteinander telefoniert. Toni Zembsch hatte der Redaktion dieser Zeitung sein Foto von dem Heißluftballon über Schonungen geschickt. Auf die Frage, ob er wisse, wer den Ballon fährt, recherchierte der Schonunger, rief Michael Leupold an - und schnell war klar: Die beiden kennen sich.
Der SKF-Ballon hat seine eigene Geschichte
Dass besonders viele Reaktionen kommen, wenn Leupold mit dem SKF-Ballon über Stadt und Landkreis Schweinfurt fährt, ist nicht ungewöhnlich. „Da kommen viele Likes von alten SKF-Kollegen“, sagt Leupold. Dann, wenn er oder jemand anderes Bilder in den Sozialen Medien postet, zum Beispiel.
Der SKF-Ballon hat seine eigene kleine Geschichte. Über Jahre wurde die Idee bei SKF diskutiert, dann von „höchster Stelle genehmigt“, als Werbemittel. Seit sieben Jahren fahren Michael Leupold und sein Bruder Georg schon den gesponserten SKF-Ballon. Die Kosten für die Hülle hat das Unternehmen übernommen, den Rest haben die Leupolds selbst gezahlt.
1000 Fahrten und 1400 Flugstunden
Der Ballon ist einer von zehn, mit dem die Brüder Ballonfahrten anbieten. Größenklasse: mittel. Fünf Fahrgäste und ein Pilot dürfen in den SKF-Ballon einsteigen. Der kleinste Ballon der Leupolds ist für drei, der größte für 14 Personen zugelassen. Georg Leupold fährt schon über 30 Jahre Ballon. Seine Firma: Rhoenballon.de mit Sitz in Bad Königshofen. 2001 kam Schonungen dazu, als sein Bruder, der hier wohnt, einstieg. Beide kommen von der Fliegerei, sagt Michael Leupold.
Das Ballonfahren hat er etwas später für sich entdeckt als sein Bruder. 2001/2002 hat Michael Leupold seine Ballonpilotenlizenz gemacht. Wie viel Flugstunden er inzwischen hat? „Schätzungsweise 1400 bei knapp 1000 Fahrten“, sagt der
Schonungen Bisher sei noch nichts Gravierendes passiert. Vorsicht und Vorbereitung ist alles für Ballonfahrer. Wie wird das Wetter, wie ist die Thermik? All das will bedacht sein - und doch gibt es auch mal Überraschungen.
Schon im Korb: Bundesministerin Dorothee Bär
Ein bisschen Herzklopfen hat Michael Leupold einmal gehabt, kurz nachdem er seine Lizenz erworben hatte. Da ging er mit dem Bürgermeister von Gunzenhausen und dessen Mitarbeitern in die Luft. Schon auf niedriger Höhe wurde die Fahrt rasant, oben ziemlich ungemütlich, da herrschten Windgeschwindigkeiten von 70 Studenkilometern. Leupold ging runter - und legte die schnellste Landung hin, die er je gemacht hat. Passiert ist nichts, außer dass der Korb „durch ein paar Maulwurfshügel geschleift worden ist“, sagt Leupold und lacht.
Seit 2001 fährt Michael Leupold aus Schonungen Heißluftballons. Man lernt dabei viele Menschen kennen, sagt er. Foto: Michael Leupold
Auch einige Chefs von SKF hat der ehemalige ITler schon gefahren. Im Ballon natürlich. Darunter Bernd Stephan, damals Chef der Automotive Sparte. Aber auch Politiker, wie die heutige Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär. „Man lernt unheimlich viel Leute kennen“, sagt Michael Leupold. Auch das mag er an der Ballonfahrerei, die viele fasziniere, wenn sie einmal eingestiegen sind.
Hinweis: Es existiert ein 360°‑Video von der Fahrt.
Für die volle Rundumsicht bitte direkt auf YouTube ansehen .
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